Sprechstunde Bluthochdruck und Herzerkrankungen

Als Blutdruck bezeichnet man den Druck des Blutes in einem Blutgefäß. Es werden immer 2 Werte angegeben: zuerst der systolische und dann der diastolische Wert. Die Maßeinheit ist „mmHg“ kommt aus der „Antike“ wonach noch mit Geräten gemessen wurde, die Quecksilber enthalten hatten und der Wert auf einer „Quecksilbersäule“ abgelesen wurde. Das heute übliche Verfahren der Blutdruckmessung am Oberarm wurde 1896 durch den italienischen Arzt Scipione Riva-Rocci vorgestellt.

Sie kennen es bestimmt: Sie kommen in eine Praxis, nachdem Ihre Versichertenkarte erfasst wurde, wird Ihnen nebst Gewicht und Größe auch der Blutdruck gemessen - meist zu hoch. Stichwort: „Weißkittel Hypertonie“. Nach mahnenden Worten folgt dann ein Rezept oder eine Kombination von Medikamenten. Aber, was ist denn überhaupt „Blutdruck“, welche Werte sind für wen normal und wie wird er richtig gemessen? Welche Ursachen und Folgeerkrankungen gibt es, welche Alternativen? Vertragen sich alle Medikamente untereinander oder weiß der Kardiologe von meinen Medikamenten vom Hausarzt oder Rheumatologen? Was kann ich selbst für bessere Werte tun oder kann oder darf ich naturheilkundlich ergänzen? Viele offene Fragen, die ich Ihnen gerne in meiner Sprechstunde beantworte.

Nur als Tipp: Wenn Sie das nächste Mal Ihren Blutdruck kontrollieren, oder kontrollieren lassen, folgen Sie doch der Leitlinie oder weisen Sie Ihren Arzt darauf hin: Sitzend messen, mit Rückenlehne, mindestens drei Minuten Ruhe, mindestens zwei Messungen hintereinander, den Wert mitteln. Mehrfache Messungen an unterschiedlichen Tagen, auf die Richtige Manschette achten, kein Nikotin, kein Kaffee vor der Messung, leere Blase, auf Langzeit RR im häuslichen Umfeld bestehen. Ergänzende Diagnostik wie Ultraschall der Nieren und Nierenarterien, Hormonbestimmung, Schilddrüsenwerte, Ultraschall der Halsgefäße, Labordiagnostik, Schlaflabor? - Seien Sie und bleiben Sie kritisch.

Optimale Blutdruckwerte liegen bei Erwachsenen bei 120/80 mmHg. Als noch normal gelten sowohl beim Mann als auch bei der Frau, Werte bis 140/90. Der Blutdruck steigt jedoch bei Belastung – sowohl bei körperlicher Anstrengung als auch bei Stress. Auch die Schwangerschaft und einige Medikamente lassen den Blutdruck ansteigen. Das ist ganz normal. Von erhöhtem Blutdruck spricht man erst, wenn er dauerhaft und in Ruhe über 140/90 mmHg liegt. Es ist auch normal, dass der Blutdruck im Alter ansteigt. Blutdruck ist aber auch sehr individuell, viel zu oft wird er gerade im Alter viel zu deutlich gesenkt mit der Folge von Müdigkeit und Antriebslosigkeit.

Oftmals lassen sich durch einfache Methoden auch ohne Medikamente der Blutdruck deutlich senken. Diverse Studien zeigen, dass der Druck durch z. B. Ernährung mit:
- viel Gemüse
- wenig tierische Fette
- gute Pflanzenöle
- viele Antioxidantien: Vitamin C, dunkle Beeren, Obst, Rote-Beete-Saft
- frische Kräuter statt unnötig viel Salz, Alkoholverzicht.
- viele Sauermilchprodukte (Sauerteigbrot, Sauerkraut)

oder durch Entspannung oder Bewegung mit:
- Bewegen an der frischen Luft
- leichtem Ausdauertraining
- Nordic Walking
- und durch Reduktion oder Verzicht auf Nikotin

deutlich gesenkt werden kann. Streben Sie Normalgewicht an bzw. achten Sie auf Ihren BMI, besser noch auf Ihren Bauchumfang (Frauen maximal 88 cm, Männer 102 mm). Die Naturheilkunde bietet Ihnen darüberhinaus wertvolle Methoden an, Ihren Blutdruck besser in der Griff zu bekommen.